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wem soll die weißwurst im himmel schmecken?

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weisswurst In ihrem Kommentar mit dem Titel "Was gibt's im Himmel zu essen?" verdeutlicht Barbara ungewollt, warum gläubige und nicht gläubige Menschen über Fragen der Religion eigentlich nicht reden können. Es liegt an der Mauer des Glaubens , die ich an anderer Stelle schon erwähnt habe und deren Existenz unbestreitbar ist. Allerdings möchte ich ergänzen, dass ich meine Unfähigkeit zu Glauben nicht als Defizit begreife, sondern als Gewinn.

 

Trotzdem ich weiß, dass wir uns prizipiell nicht über Religion verständigen können, rede ich weiter darüber...


Leider stört mich deine Vorstellung, dass sich einmal herausstellen wird, wie es wirklich ist. Diese Frage ist für mich irrelevant (1) und gefährlich (2).

1

Für eine Existenz nach dem Tod gibt es meines Wissens keine Anzeichen, die einen Glauben daran rechtfertigen. (Im Gegensatz dazu rechtfertigt die empirische Erfahrung, den Glauben daran, dass die Sonne auch morgen aufgehen wird.) Vielmehr sprechen wissenschaftliche Erkenntnisse dafür, dass die Seele mit dem Körper verwest. Es ist also niemand da, den die Frage danach, wie es wirklich ist, interessieren könnte.

Folglich versuche ich, ein geglücktes Leben im Diesseits zu führen. Ich gestehe zu, dass es theoretisch möglich ist, dass jemand ernsthaft an seine Fortexistenz nach dem Tod glauben kann, auch wenn diesem Glauben sehr große Hindernisse im Weg stehen. Ich gestehe ferner zu, dass jemand aus der Jenseitsvorstellung Kraft schöpft und vielleicht sogar im Diesseits schon antizipatorisches Glück verspüren kann.

Aber wenn jemand an so etwas glaubt, wie kann er/sie, wie kannst du dann so gelassen sein ob der Tatsache, dass ich es nicht tue? Ich dachte, du magst mich. Aber Spaß beiseite.

Wenn du sagst, "es wird sich herausstellen", dann implizierst du bereits, dass es ein Jenseits gibt. Das meine ich mit Herablassung und Arroganz. Die nicht intendiert ist, aber immer mitschwingt. Von meinem Standpunkt aus kann sich gar nichts herausstellen. Es gitb keinen Zustand nach dem Tod, in dem sich irgend etwas für jemanden herausstellen kann.

2

Natürlich könnte man sagen, dass jemand ruhig daran glauben kann, wenn es ihn denn glücklich macht. Ich sehe aber in dieser Haltung eine Gefahr. Die Gefahr besteht darin, dass Menschen mit dieser Einstellung ihren Glauben nicht als Privatsache begreifen können. Zumindest nicht im strengen Sinne. Beispielsweise könnten sie auf die Idee kommen, ihre Söhne beschneiden zu lassen. Sie könnten meinen, dass es gut für ihren Nachwuchs sei, daran zu glauben, dass der Märtyrertod süß sei und die Belohnung ewig und paradiesisch. Oder sie könnten glauben, dass man die persönlichsten Geheimnisse regelmäßig einem halb fremden Mann mittleren bis höheren Alters anvertrauen muss, damit Gott einem für seine Verfehlungen vergeben kann. (In einem Spiegel vor ein paar Wochen war die Rede von "psychisch an den Beichtstuhl gekettet sein".) Ich denke einfach, dass es gefährlich ist, einem Kind zu erklären, dass Gott (und alles was dazu gehört) in seinem Leben eine große Rolle zu spielen hat.

Last Updated on Thursday, 01 January 2009 22:16